Geförderte Messtechnik

Immer mehr Unternehmen, die ein Energiemanagementsystem nach ISO 50001 zertifiziert haben, stehen vor der Anforderung, Energiedaten durch stationäre Messtechnik zu erheben.

Nicht bekannt ist dabei oftmals, dass für diese Investitionen Fördergelder in Anspruch genommen werden können.

In der Förderrichtlinie für Energiemanagementsysteme vom 18. März 2015 sind die Förderbedingungen wie folgt beschrieben:

  • Förderfähig ist der Erwerb von Mess-, Zähler- und Sensortechnologie für Energiemanagementsysteme, die in direktem Bezug zum Energiemanagementsystem stehen
  • Alle Unternehmen mit Sitz in Deutschland können die Förderung beantragen. Ausnahme: Unternehmen, die gesetzlich zum Nachweis einer Zertifizierung verpflichtet sind
  • Die Förderhöhe beträgt bis zu 30% der Investitionskosten, max. 8.000 EUR
  • Die Messtechnik soll mindestens eine der Messgrößen erheben: Strom, Spannung, elektrische Leistung, Temperatur, Wärme und/ oder Kältemenge, Volumenstrom, Beleuchtungsstärke
  • Die geförderte Messtechnik ist außer bei unvorhersehbaren Schwierigkeiten mindestens drei Jahre zweckentsprechend zu betreiben.

Die Förderanträge müssen vor der Beschaffung der Messtechnik gestellt werden. Das Förderprogramm läuft im Dezember 2016 aus.

Unterstützung bei der Antragstellung für Ihr Unternehmen erhalten Sie bei der ISO9T GmbH.

Umfangreich & pflegeintensiv?

Zugegeben, Managementsysteme verursachen hohen Aufwand. Aber stellen wir uns auch regelmäßig und mutig genug die folgenden Fragen?

Müssen Managementsysteme für Energie ISO 50001, Umweltschutz ISO 14001, Hygiene ISO 22000 etc. denn wirklich vor allem sehr umfangreich, pflegeintensiv und aufwändig sein?

Sollen diese Managementsysteme nur noch von speziell ausgebildeten Experten bedient werden können?

Ist der daraus resultierende Dokumentenwirrwarr, der nach der Erstellung auch noch mit viel Aufwand gepflegt werden muss, unvermeidlich?

Hat dieses Managementsystem überhaupt noch eine direkte Verknüpfung mit dem operativen Geschäft des Unternehmens?

Energieaudit DIN EN 16247 – Bußgeld

Betroffen sind schätzungsweise 50.000 – 120.000 Unternehmen in Deutschland, die nach den Kriterien des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) kein kleines oder mittleres Unternehmen (Nicht-KMU) sind. Der Gesetzgeber verpflichtete mit dem EDL-G (§ 8 Abs. 1 Nr. 1) vom 22.04.2015 diese Unternehmen, mindestens ein Energieaudit nach der internationalen Norm DIN EN 16247-1, Ausgabe Oktober 2012 bis zum 5. Dezember 2015 durchzuführen. Eine Wiederholung ist mindestens alle 4 Jahre vorgeschrieben.

Die extrem kurze Frist dieser Verpflichtung von nur 228 Tagen resultiert aus der verspäteten Umsetzung der EU-Energieeffizienzrichtlinie 4. Dezember 2012 in Deutschland.

Eine Durchführungsverordnung für die Konkretisierung des novellierten Gesetzes wurde nicht erlassen. Eine Umsetzungshilfe bietet das BAFA-Merkblatt Energieaudit, dessen Überarbeitung am 13.05.2015 veröffentlicht wurde unter www.bafa.de/bafa/de/energie/energie_audit/publikationen/merkblatt_energieaudits.pdf.

Der Gesetzgeber erlaubt alternativ ein Energiemanagementsystem nach DIN EN ISO 50001 oder ein Umweltmanagementsystem nach EMAS. Hier endet die Einführungsfrist am 01.01.2017.

Eine Missachtung der Anforderungen ist bußgeldbewehrt. Wird ein Energieaudit nicht, nicht richtig, nicht vollständig oder nicht rechtzeitig durchgeführt, kann das BAFA ein Bußgeld in Höhe von bis zu 50.000 EUR aussprechen. Bei dauerhafter Nicht-Erfüllung der Energieauditpflicht können mehrere Bußgeldbescheide gegen ein Nicht-KMU erlassen werden.

Man geht davon aus, dass eine Reihe von Unternehmen bisher Ihrer Pflicht nicht nachgekommen sind: entweder weil kein Energieauditor rechtzeitig verfügbar war oder aus Unkenntnis.

Das für den Vollzug zuständige Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) hat Anfang des Jahres 2016 mit der Einleitung von Stichprobenkontrollen begonnen.

Falls Sie zu den verpflichteten Unternehmen gehören, die z. B. wegen des Beraterengpasses das Energieaudit nicht rechtzeitig durchführen konnten, sollten Sie schnellstens Kontakt zu uns aufnehmen. Wir unterstützen Sie gerne dabei, die Bußgeldandrohung nach Möglichkeit zu vermeiden.